EmK Henstedt-Ulzburg

Soziales Bekenntnis und Soziale Grundsätze

Bei der Generalkonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche im Jahr 1972 erfolgte eine grundlegende Neuformulierung und vor allem eine Umbenennung des Sozialen Bekenntnisses. Auch innerkirchlich war schon an dem Begriff »Bekenntnis« mehrfach Anstoß genommen worden, der ja den altkirchlichen Bekenntnissen und denen der Reformation vorbehalten bleiben sollte.

So wurde ein kurzes »Soziales Bekenntnis« in liturgischer Form im Sinne einer Selbstverpflichtung der Methodisten und Methodistinnen formuliert und die ausführlicheren »Sozialen Grundsätze« entwickelt. In sechs Haupt- und ca. 60 Unterkapiteln wird Stellung bezogen zu den brennenden sozialen Fragen. Im vierjährigen Rhythmus werden die Sozialen Grundsätze überarbeitet. Zu neu aufkommenden Entwicklungen im gesellschaftlichen, technischen und wirtschaftlichen Bereich wird Stellung bezogen. So kamen in den letzten Jahren Äußerungen zu militärischen Einsätzen als Mittel der Politik, zur Verantwortung der Konzerne, zur Informations- und Gentechnologie hinzu.

Diese sozialen Grundsätze sind nicht als »Gesetz« der Kirche zu verstehen, sondern formulieren Leitlinien für Methodistinnen und Methodisten. Sie wollen zu verantwortlichem sozialem Handeln gemäß biblischen Grundlagen ermuntern. Hier werden methodistische Grundüberzeugungen und gesellschaftliche Wirklichkeit miteinander ins Gespräch gebracht - ganz im Sinne Jesu Christi, der seinen Jüngern und Jüngerinnen zutraute, Salz der Erde und Licht der Welt zu sein.

Soziales Bekenntnis der Evangelisch-methodistischen Kirche

Wir glauben an Gott, den Schöpfer der Welt,
und an Jesus Christus, den Erlöser alles Erschaffenen,
und an den Heiligen Geist, durch den wir Gottes Gaben erkennen.

Wir bekennen, diese Gaben oft missbraucht zu haben,
und bereuen unsere Schuld.

Wir bezeugen, dass die natürliche Welt Gottes Schöpfungswerk ist.
Wir wollen sie schützen und verantwortungsvoll nutzen.

Wir nehmen dankbar die Möglichkeiten menschlicher Gemeinschaft an.
Wir setzen uns ein für das Recht jedes Einzelnen
auf sinnvolle Entfaltung in der Gesellschaft.

Wir stehen ein für das Recht und die Pflicht aller Menschen,
zum Wohl des Einzelnen und der Gesellschaft beizutragen.

Wir stehen ein für die Überwindung von Ungerechtigkeit und Not.

Wir verpflichten uns zur Mitarbeit am weltweiten Frieden
und treten ein für Recht und Gerechtigkeit unter den Nationen.

Wir sind bereit, mit den Benachteiligten unsere Lebensmöglichkeiten zu teilen.
Wir sehen darin eine Antwort auf Gottes Liebe.

Wir anerkennen Gottes Wort
als Maßstab in allen menschlichen Belangen
jetzt und in der Zukunft.

Wir glauben an den gegenwärtigen und endgültigen Sieg Gottes.
Wir nehmen seinen Auftrag an, das Evangelium in unserer Welt zu leben.
Amen.

Entnommen der Interneseiten der EmK, www.emk.de

 

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