EmK Henstedt-Ulzburg

 Biblischer Impuls

"Petrus stieg aus dem Boot und ging auf dem Wasser und kam auf Jesus zu. Als er aber den starken Wind sah, erschrak er und begann zu sinken und schrie: Herr, hilf mir! Jesus aber streckte sogleich die Hand aus und ergriff ihn."
Matthäus 14, 29-31

War es kühn und pures Draufgängertum von Petrus, einfach über die Bordkante zu steigen und dem Ruf Jesu zu folgen, auf dem Wasser zu ihm zu kommen? Oder war es der Ausdruck seines tiefen Vertrauens in Jesus? Petrus stieg tatsächlich aus, da draußen, mitten auf dem See Genezareth, mitten in der Nacht. War er nicht ganz bei Sinnen?
Petrus war einer, der ganz und gar Jünger war. Der mutig war – und der sich in tiefste Krisen stürzte, weil er die Messlatte so hoch hing, dass er selbst mitunter nicht mehr darüber springen konnte. Und das tat ihm weh.
Doch der Mann fasziniert mich. Vielleicht, weil ich anders bin. Weil ich mir manchmal auch den Mut und diese Radikalität wünsche. Einfach die Beine über die Bordkante setzen und loslaufen. Etwas mit Jesus wagen. Wir müssen nicht alle wie Petrus sein. Wir müssen nicht die Messlatte für unser Verhalten und unsere Treue zu Jesus so hoch hängen, dass wir daran scheitern. Doch richte Deinen Blick heute auf Jesus – und geh mit ihm einen Schritt weiter. Mit Jesus entwickelst Du Dich, und Jesus lädt Dich ein, Dinge zu tun, die Du noch nie zuvor gemacht hast. Einen Gottesdienst in der Weinzeche feiern. Mit Deinen Nachbarn über Jesus reden. In der Firma ein christliches Lied hören, anstatt das Radio aufzudrehen. Flagge zeigen für Jesus, weil er selbst dabei ist. Soll das Dein Untergang sein? Sicher nicht.
Petrus machte eine Erfahrung, die ich Dir wünsche und die ich auch schon machen durfte. In seiner Not war Jesus da. Als die Wellen höher wurden, als er nur noch die Bedrohung um sich sah und Jesus aus den Augen verlor, da war Jesus da. Er ergriff ihn. Wirklich ein ergreifender Moment, den ich Dir für Dein Leben wünsche. Wenn du für Jesus Flagge zeigst und die Füße über die Bordkante setzt, wird das nicht ohne Folgen sein. Menschen werden auf Dich reagieren, vielleicht nicht immer positiv. Vielleicht so, dass Du denkst, dass jetzt die Wellen über Dir zusammenschlagen. Doch sei Dir sicher: Jesus wird Dich halten. Er schnappt sich Deine Hände und hält Dich fest. Weil er mit Dir ist. Heute. Gott sei mit Dir – und erschenke Dir spannende Erfahrungen bei Deinem Gang auf dem Wasser!

Pastor Sebastian D. Lübben 22.02.2012

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